Die Lagune von Grado ist wirklich entzückend und glücklich sind die, die sich eine Bootsfahrt gönnen, bzw. sogar mit dem eigenen Boot unterwegs sein können.

Anfahrt auf die Isola di Anfora

Anfahrt auf die Isola di Anfora

Die Lagune ist durchzogen von Inseln und grenzt im Süden an das offene Meer, von dem man einen schönen Ausblick auf die andere Seite der Adria geniessen kann, bis hin nach Kroatien. Besonders die Fahrt südlich der Inselkette, die die Lagune vom offenen Meer abgrenzt, ist sehr schön. Auf einigen Inseln befinden sich die für die Gegend typischen Fischerhütten, die Casoni, die zum Teil auch bewohnt sind. An den Inseln und in den Buchten ankern bei Schönwetter viele Boote jeglicher Größe und die Strände der Inseln sind gut belegt. Vorsicht ist notwendig wenn man selbst ein Boot steuert, da die Meerestiefe in der Lagune nicht sehr tief ist, wenn man von den Kanälen absieht, die sich durch die Lagune ziehen, aber von der Meeresoberfläche nicht sichtbar sind. Gekennzeichnet sind sie allemal mit Schildern auf Holzpfosten, die den Weg anzeigen.

Nach Norden hin ist die Lagune vom Festland begrenzt. Hier lohnt sich ein Ausflug in das kleine charmante Hafendorf Marano Lagunare, nach der dieser Teil der Lagune auch benannt ist. Marano Lagunare entstand um das Jahr 80 v. Chr. als römische Legionsstadt und entwickelte sich zu einem Hafen- und Fischerdorf, schwer zu erreichen – sowohl vom Festland aus, wegen der entlegenen Lage als auch deswegen, da die Stadt deutlich abseits der üblichen Reisewege liegt, aber auch vom Meer her, da man sich den Weg um die Inseln herum bahnen muss, was aber auch seinen Reiz hat. Marano Lagunare hat sich in den letzten Jahren durch den aufstrebenden Tourismus sehr gut entwickelt. Der Stadtkern ist wunderschön restauriert, ebenso die Promenade entlang des Meeres, und der Hafen samt den Fischerbooten und Schiffen ist überraschend groß und spannend zum entdecken. Kulinarisch ist das Angebot nicht so groß und es gibt auch einige gute Unterkünfte.

Nach Osten hin ist die Lagune von der wirklich reizvollen Insel Barbana samt dazugehörigem namensgleichen Kloster und Kirche begrenzt. Barbana ist einer der ältesten bewohnten Orte in der Lagune, vermutlich schon von den Römern. Die 1738 errichtete Kirche Santuario di Barbana geht auf eine Kirche des 6. Jahrhundert zurück und ist heute Teil des dort befindlichen Franziskanerklosters.

Barbana von Grado aus gesehen

Barbana von Grado aus gesehen

Barbana ist deswegen so beeindruckend weil es ein Hort der Ruhe umgeben von Meer ist, ein Ort an dem man die Seele baumeln lassen kann. Der sehr gepflegte Park bzw. die Wiese ladet zum Verweilen und Reflektieren ein. Die Insel ist gut von Grado aus erreichbar, entweder direkt per regelmäßig verkehrender Fähre oder als Teil einer Lagunentour. Mit der Fähre ist man in etwa einer halben Stunde dort.

Kulinarisch gesehen, sind zwei Inseln sehr erwähnenswert. Die eine ist die Isola di Anfora mit der Trattoria Ai Ciodi und befindet sich im mittleren Teil der Lagune, ca. 45 Minuten Bootsfahrt entfernt von Grado, in etwa auf halbem Weg nach Lignano. Die andere liegt viel näher und heißt Ravaiarina, genauso wie das dort befindliche gleichnamige Restaurant.

Das  Fischrestaurant Ai Ciodi erreicht man mit dem eigenen Boot, per Wassertaxi aus Grado oder mit der Fähre aus Grado. Vor allem die Fähre Cristina ist eine kostengünstige Variante, kann man sich doch unbeschwert kulinarisch verwöhnen ohne selbst zurückfahren zu müssen. Der Betreiber des Restaurants hat inzwischen auch ein kleines Hotel auf der Insel eingerichtet. Ein mehrtägiger Aufenthalt auf der Insel ist sicherlich sehr charmant, vor allem die Abende, wenn es in der Lagune ruhig wird und man ungestört die Sonnenuntergänge genießen kann.

Ai Ciodi in der Lagune von Grado

Ai Ciodi in der Lagune von Grado

Das Restaurant ist sehr gut und basiert auf Fisch und lokaler Zubereitung. Nichtsdestotrotz ist es sehr bodenständig, sprich bürgerlich mit günstigen Preisen. Der Gastgarten liegt direkt am Meer und ist größtenteils beschattet. Gerade im Sommer und dann vor allem an den Wochenenden ist es sehr gut besucht und man muß mit kurzen Wartezeiten rechnen bis man einen Platz zugewiesen bekommt.

Das andere Lokal, Ravaiarina, liegt in unmittelbarer Nähe zu Grado und ist daher in wenigen Minuten auch mit dem Wassertaxi gut zu erreichen. Es liegt auf einem Inselgerüst, welches langsam dem Meer entrissen wird, durchzogen von Meeresgärten mit dazwischenliegenden Dämmen. Sehr interessant anzusehen. Das Lokal bietet gute Fischgerichte.

Es gibt einige schöne Sandstrände in der Lagune, wo man es sich unter einem Sonnenschirm gemütlich machen kann, vorausgesetzt man hat ein Boot um dorthin zu kommen. Haben Sie weitere Tipps in der Lagune von Grado? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.