Seebad Grado. Österreichisches Küstenland - Das berühmte Bild von Josef Maria Auchentaller am Hauptstrand von Grado

Seebad Grado. Österreichisches Küstenland – Das berühmte Bild von Josef Maria Auchentaller am Hauptstrand von Grado

Wer kennt es nicht – das wunderschöne Jugendstil-Bild am Eingang zur Spiaggia Principale, dem Hauptstrand, in Grado? Ein Relikt aus vergangenen Zeiten, es regt zur Melancholie an, und das zu Recht. Doch wer kennt den Künstler? Der Künstler ist zu Unrecht vergessen, einer der Mitbegründer der Wiener Secession, gemeinsam mit Gustav Klimt, Otto Wagner, Egon Schiele und Koloman Moser, der durch eine tragisch traurige Lebensgeschichte schrittweise in Vergessenheit geriet, von 1904 bis zu seinem Tod 1949 in Grado lebte und durch seine und die Tätigkeit sein Frau Emma, geb. Scheid, wesentlich zur Bekanntheit und zum touristischen Aufstieg Grados als adriatischer Kurort beitrug. Kaum etwas erinnert in Grado heute noch an ihn. Sein Name ist Josef Maria Auchentaller.

Im Jahre 1865 in Wien Penzing geboren, war er Gründungsmitglied der Wiener Secession und ist heute der unbekannteste Vertreter von ihr.

Er lies sich wie erwähnt 1904 in Grado nieder. Seine Frau führte die berühmte Pension Fortino. Sein berühmtestes Bild zeichnet er 1906: Seebad Grado. Österreichisches Küstenland. Da er sich Sommers in Grado aufhielt und in den Wintern in Wien, schwächten sich seine Kontakte zur Wiener Kunstszene zunehmend ab. Damit begann  der langsame Prozess des Vergessens seines Namens in der Wiener und damit in der internationalenKunstszene. 1914, beim Ausbruch des ersten Weltkrieges, flüchteten Josef Maria Auchentaller und seine Familie aus Grado. 1918, mit dem Ende des ersten Weltkrieges fand auch die ihm bekannte Welt ihr Ende. 1919 kehrten er samt Familie zurück nach Grado und fand sein

Das Geisterschiff. Ein Künstlerroman. Das Buch zur Geschichte des Josef Maria Auchentaller

Das Geisterschiff. Ein Künstlerroman. Das Buch zur Geschichte des Josef Maria Auchentaller

inzwischen nicht mehr intaktes Hotel wieder.  1922 gingen zwanzig seiner wichtigsten Werke auf der Überfahrt zu einer Ausstellung nach Argentinien auf mysteriöse Weise verschwunden.  Von diesem entscheidenden Dämpfer in seiner Karriere als Maler erholte sich Josef Maria Auchentaller nicht mehr, zeichnete aber dennoch weiter, bis zu seinem Tod im Jahre 1949. Er ist mit seiner Frau auf dem Friedhof in Grado begraben.

Das tragische Schicksal von Josef Maria Auchentaller wird uns aktuell wieder ins Bewusstsein geholt durch das 280-seitige Buch von Egyd Gstättner, genannt „Das Geisterschiff“, welches auf die etwa 40 Jahre in Grado referenziert. In diesem Buch wird auch die Geschichte des Seebades Grado im österreichischen Küstenland wieder zum Leben erweckt. Unglaublich, wie so bewegende Geschichten im Ort heute nicht wiederzuerkennen sind.

Eine sehr detaillierte und gute weiterführende Übersicht über den Künstler, seine Biographie, das Hotel Fortino und seine Zeit in Grado ist übrigens auf diesem Link zu finden.

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Die Pension Fortino heute

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Die Pension Fortino heute, von Süden aus gesehen