Eine Buchkritik zu “Nächstes Jahr im Küstenland“, dem neuen Buch der Österreicherin mit italienischem Namen: Christine Casapicola.

Das Buch wurde einige Tage vorher veröffentlicht, bevor wir nach Cormons kamen. Bevor wir die Vinothek in Cormons – die Enoteca die Cormons –  betraten wurde uns bewusst, dass die Autorin einen Zweitwohnsitz eben in Cormons hatte. Wir fragten daher nach, ob die Damen in der Vinothek sie eventuell kannten. „La Kristina?“ war die freudige Antwort. Ja natürlich, und schon zeigten sie uns das druckfrische Buch, welches wir nun am allerwenigsten hier vermutet hätten.

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Der Autorin Christine Casapicola haben ihre Reisen nach Friaul so gut gefallen, dass sie sich eines Tages entschloss, sich hier in Cormons im Friaul ein Haus zu kaufen und ihren Zeitwohnsitz einzurichten. Dies war auch der Anfang der Idee, ein Buch über die Region zu schreiben.

Das mit einem schönen Bild von Grado der alten Jahrhundertwende des Sezessionisten Josef Maria Auchentaller gestaltete Buch ist eine Ansammlung von interessanten Artikeln, die die Region von Görtz nach Grado anhand von Anekdoten und persönlichen Geschichten der Bewohner spannend und auch etwas nostalgisch beschreibt und dabei einen Bogen zwischen der Zeit spannt, als Görtz noch die Hauptstadt des österreichischen Küstenlandes war, hin bis zur Gegenwart. Es hat sich unglaubliches erhalten und Christine Casapicola versteht es gut, dies spannend auszugraben und zu erzählen. Dabei sind die Artikel nicht zu lang gehalten als dass man sie nicht in einem Zug durchlesen könnte und sind zur Auflockerung mit schönen alten Bildern, Fotos und Postkarten durchsetzt.

Man erfährt dass Görtz im Gegensatz zu heute eine bedeutende Hauptstadt war und das Nizza der Monarchie genannt wurde, die Geschichte der einst sehr bekannten Pension Fortino samt der Familie Auchentaler wird schön beschrieben. Berührende längst vergessene Schicksale werden wieder ins Leben gerufen. Grado sind zwei der 15 Kapitel gewidmet. Unter anderem erfährt man den Ursprung der Sommerfrische und wie die prächtigen Villen, wie etwa die beeindruckende Villa Reale, entstanden sind.

Ein dreisprachiges Ortsnamenverzeichnis und zahlreiche Büchertipps runden dieses schöne Werk ab. Wir können dieses Buch von Christina Casapicola jedem Freund von Grado und des Friauls empfehlen.

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Weitere Buchkritiken und -empfehlungen zu Grado finden Sie in unserer detaillierten Aufstellung.

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